News/Presse

 
Vollbremsung des Senats – Vollsperrungspläne fürs Alstertal gestoppt

Pläne sollen noch einmal neu überarbeitet werden

Eigentlich sollten die Bagger bereits im kommenden Frühjahr anrollen und die Wellingsbütteler Landstraße und -Weg – eine der Hauptverkehrsachsen vom Norden in die Stadt – für mindestens fünf Jahre voll gesperrt werden. Doch die Vertreter von Umweltbehörde und der Projektleitung von Hamburg Wasser, die auf dem vollbesetzten, von der Bürgerinitiative „5 Jahre Vollsperrung – Nein, danke!“ organisierten, ersten Info-Abend zu diesem Riesenprojekt anwesend waren, haben sich von den Aussagen der betroffenen Bürger wohl überzeugen lassen, dass das vorgelegte Verkehrskonzept nicht funktionieren würde. Nach Spitzengesprächen mit BI-Vertretern und Gewerbetreibenden haben sich Verkehrs- und Umweltbehörde jetzt entschieden, die Planungen zu stoppen und noch einmal neu zu überarbeiten.  

Viel haben die Behörden- und Projektvertreter mitgeschrieben, die auf dem Info-Abend der BI in der bis zum letzten Platz besetzten Aula der mitten im Planungsgebiet liegenden Albert-Schweitzer-Schule erste Informationen über das Großprojekt vorgestellt hatten. An diesem Abend hätten die Senatsvertreter „sehr viel mitgenommen“ und nach Abwägung der komplexen Gemenge- und geographischen Lange, der zwischen Ohlsdorfer Friedhof und Alster eingeklemmten, fast 5 Kilometer langen  Baustelle entschieden, die Planung ganz neu aufzusetzen. „Diesmal dann hoffentlich zusammen mit den betroffenen Bürgern“, so ein Vertreter der Bürgerinitiative „5Jahre Vollsperrung“. Denn eine der Forderungen der BI ist volle Transparenz über die gesamte Planungs- und Umsetzungsphase, die Beteiligung eines Bürgerrates, bestehend aus Vertretern von Bürgern, Gewerbetreibenden, Ärzten, Leiter von Schulen, Altenheimen bzw. Kitas.

Klärungsbedarf besteht auch noch über eine mögliche Öffnung des Friedhofes während der Bauphase und warum Bäume für einen geplanten Radweg gefällt werden dürfen, für eine geforderte, wechselnde Einbahnstraßenregelung jedoch nicht. Offen ist auch noch die Frage, wie ein Schienenersatz- und regelmäßiger Lieferverkehr für die mehr als 50 im Planungsgebiet gelegenen Geschäfte und Betriebe sichergestellt werden soll. 

„Wenn eine ab jetzt transparente, offene Kommunikation, eine Beteiligung der Bürger gewährleistet ist und die noch zu klärenden Fragen angegangen werden, ist die BI zu einem konstruktiven Dialog bereit“, so Guido von Scheffer, Präsident der Interessengemeinschaft und Geschäftsführer und Inhaber des REWE Marktes Wellingsbüttel. 

Die Bürgerinitiative „5 Jahre Vollsperrung. Nein, danke!“ wird die Entwicklung rund um das geplante Großprojekt im Alstertal, gemeinsam mit ihren Experten weiter kritisch begleiten und die bereits mehr als 7.000 Unterstützer weiterhin aktuell über den Fortgang informieren. „Weitere, geplante Aktionen wird die BI von nachprüfbaren, positiven Entwicklungen und Fortschritten abhängig machen“, sagte Peter Becker, Sprecher für Bürgerangelegenheiten. 

Schauen Sie hier doch ´mal rein:
Heute:  NDR TV, 19:30 Uhr, HH Journal
Heute: Hamburger Abendblatt
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Pressespiegel vom 16.12.2021

Status Meldung

Lieber Bürger/innen in Wellingsbüttel und Klein Borstel,

 

wir haben vor Weihnachten einen Etappenerfolg erreicht:

 

Die Stadt hat erkannt, dass die bisherige Planung der Baustelle am Wellingsbüttler Weg / Wellingsbüttler Landstraße nicht vereinbar ist mit den Interessen der Anwohner, Gewerbetreibenden und Freiberufler in unseren Quartieren.

 

Das ist in erster Linie ein Erfolg von Ihnen / von Euch!!! Die Vertreter der Stadt waren schlichtweg überwältigt von der Geschlossenheit der Bürger, die sich am 15. November 2021 in Albert-Schweitzer-Schule die Zeit genommen haben, ihre Anliegen, Kritik, Ängste und Sorgen zu adressieren. Das war großartig und hat diesen Wechsel in der Planung maßgeblich beeinflusst! Herzlichen Dank an alle, die live dabei waren und alle, die uns davor und danach unterstützt und ermutigt haben, voran zu gehen!

 

Wie ist der Status?

 

Die Stadt wird die Planung der geplanten Baumaßnahmen KOMPLETT neu beginnen. Nach Aussage der Staatsräte, Michael Pollmann und Martin Bill, der involvierten Behörden und der Projektverantwortlichen wird sich diese Planung in drei Phasen aufteilen:

  1. Erhebung der tatsächlichen Verkehrsströme in und um unser Quartier mit Simulation COVID-bedingter Einflussfaktoren und Erstellung eines neuen Verkehrskonzeptes für die Verkehrsführung während der geplanten Bauphase (ca. 4-6 Monate);

  2. Neuplanung der Baumaßnahmen auf Grundlage des neuen Verkehrskonzeptes (ca. 6-8 Monate)

  3. EU-weite Ausschreibung der Gewerke (ca. 6 Monate).

 

Dieser Planung folgend, ist mit einem Baubeginn nicht vor Mitte 2023 zu rechnen. Aus gut informierten Kreisen wurde uns mitgeteilt, dass die Stadt in der Neu-Planung insbesondere die Wechselwirkung auf den Verkehr in und um unsere Quartiere durch die U5 Baustelle in Bramfeld und die Brücken-Sanierung der S1 zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel berücksichtigen will. Vor diesem Hintergrund wurde angedeutet, dass es u.U. nötig  sein könnte, die Baumaßnahmen Wellingsbüttler Weg / Wellingsbüttler Landstrasse nachzulagern. Dieses würde eine Verschiebung von 3 bis 5 Jahren bedeuten.

 

Gleichzeitig wird im Rahmen der Neuplanung der Zustand des Siels geprüft, um ggf. an besonderes beschädigten Stellen kurzfristigen punktuellen Baumaßnahmen durchzuführen, die keine Vollsperrung bedingen. Der Verkehr würde mit einer herkömmlichen Ampelregelung geleitet werden.

 

Uns wurde versichert, dass in der Neuplanung des Großprojektes alles daran gelegt werden wird, eine Vollsperrung zu Gunsten einer wechselseitigen Einbahnstraßenregelung zu vermeiden. Seitens der Staatsräte Michael Pollmann und Martin Bill wurde zugesichert, dass wir in die Neuplanung eng mit einbezogen werden sollen. Dies soll in periodischen Meetings passieren, bei denen der jeweilige Planungsstand präsentiert wird, bevor dieser in die Umsetzung geht.

 

Entgegen der Verlautbarungen in der Presse vor Weihnachten ist das natürlich keine endgültige Absage zur Vollsperrung. Deshalb sehen wir den aktuellen Status als Etappen-Erfolg unserer BI an. Voraussichtlich Anfang Q2/2022 werden wir mehr Details wissen, wie das neue Konzept aussehen soll. Wir werden darauf insistieren, dass dieses neue Konzept Ihnen / Euch präsentiert oder online zugänglich gemacht wird, damit der Forderung nach mehr Transparenz Sorge getragen wird.

 

Sollte das neue Konzept nicht die am 15. November 2021 adressierten Punkte berücksichtigen, behalten wir uns vor, im Rahmen weiterer Petitionen Ihre / Eure Interessen in dieser Angelegenheit zu adressieren und durchzusetzen.

 

Wir wünschen allen Bürgern in Wellingsbüttel und Klein Borstel einen guten Start ins neue Jahr 2022!

5 Jahre Vollsperrung: Vollbremsung des Verkehrssenators

Dilettantische Verkehrsplanung – Der Norden droht im Chaos zu versinken

Endlich kam Transparenz in die bereits für Frühjahr 2022 geplante „Grundinstandsetzung“ mit Radwegausbau einer der wichtigsten Verkehrsachsen aus dem Norden in die City. Unter den Teilnehmern der voll besetzten Aula der Albert-Schweitzer-Schule – mitten im Zentrum der geplanten, mindestens 5jährigen Vollsperrung gelegen – wurde auf dem 1. Info-Abend schnell klar, wie enorm wichtig die Gründung der Bürgerinitiative „5 Jahre Vollsperrung – Nein, danke!“ war und ist. Endlich kam nämlich Licht ins Dunkel. Schnappatmung und lange Pausen bei den Behördenvertretern auf Fragen der betroffenen, rund 300 Zuhörer. Die Antworten der Projektleitung offenbarten eine von unseren Steuergeldern finanzierte, dilettantische Verkehrs“planung“ am „grünen Tisch“ – völlig an der Realität vorbei und über die Köpfe der Bevölkerung hinweg. – Hier eine erste Zusammenfassung der neuen Erkenntnisse in Sachen Vollsperrung.
Wie groß der Unmut unter den Alstertalern über das Monster-Projekt des Verkehrssenators mittlerweile ist, haben an diesem Abend hoffentlich auch die Behördenvertreter mitbekommen. Zumindest haben sie eifrig mitgeschrieben, welche Fragen der Bürger sie nicht beantworten konnten und Informationen, die den Planern offenkundig noch völlig neu und unbekannt waren.

 

Leere Regale und Dauerstau
 

Es offenbarten sich zum Beispiel dilettantische Fehler in der bisherigen, mehrmonatigen, vom Steuerzahler finanzierten Verkehrs“planung“. Auf dem 1. Info-Abend der BI kam heraus, dass beispielsweise noch nicht einmal der notwendige Lieferverkehr für die im Planungsgebiet liegenden Geschäfte, Kitas, Schulen und Altenheime berücksichtigt zu sein schien. Geschweige denn so etwas vermeintlich Banales wie Müllabfuhr oder gar einen Schienenersatzverkehr. 

Wenn die S-Bahn zwischen Poppenbüttel und Ohlsdorf ausfällt – was durch Windbruch, Gleissanierung, Brückenschäden u.a. ja durchaus häufiger mal passieren kann, wie Alstertaler wissen – werden die Bürger weder zur Arbeit, noch zum Einkaufen, ins Theater oder an den Fernzug kommen können. Es sei denn, sie laufen den Weg. Denn auch Taxen werden natürlich dauerstauen. 

 

5 Jahre Dauerchaos im Alstertal

Und einen Schienenersatzverkehr via Bus wird es aufgrund der geplanten, mindestens 5jährigen Komplettsperrung auch nicht geben. Denn die HVV-Busse müssten sich selbstverständlich auch einfädeln in den mindestens 5jährigen Dauerstau auf den als „Ausweichstrecken geplanten“ Alte Landstraße, Eckerkamp oder Bramfelder- und Saseler Chaussee. Und die Anschlussstraßen an den Ring 3 hat der Verkehrssenator ja erst kürzlich durch unnützen, von Steuergeldern finanzierten Rückbau der Buskehren auch schon in ein Staugebiet verwandelt. 

Verkehrsplanung: Schreibtischtheorie – Weltfremd statt realitätsnah

Wie die 30.000 Fahrzeuge, die bisher noch werktags den baldigen „Sperrbezirk“ befahren, von den geplanten „Ausweichstrecken“ verkraftet werden sollen, scheinen sich bislang nur „Schreibtischtäter“ mit theoretischen Verkehrsrechenmodellen ausgeklügelt zu haben. Denn in den betroffenen Bezirken vor Ort scheint noch niemand von den Planern gewesen zu sein. 

Denn die Teilnehmer des Info-Abends mussten den Behördenvertretern erst einmal mehrfach erklären, dass ihre Planspiele völlig an der Realität vorbei, über die Köpfe der Betroffenen hinweg, gemacht worden sind. Und auf die vielen Fragen der Bürger konnte der Gesamtprojektleiter oft nur nach langen Pausen oder überhaupt nicht antworten. 

Größte Bewegungseinschränkung in Hamburgs Geschichte

Sie verwiesen darauf, dass für das Verkehrskonzept und die Verkehrs“planung“ der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) verantwortlich sei. Fragen, ob jemals eine Alternative zur Vollsperrung geplant wurde, wurde mit Verweis auf die Vorgaben des LSBG verneint. Aber LSBG-Vertreter hielten es scheinbar nicht einmal für notwendig am ersten öffentlichen Info-Abend zu einem solchen Mega-Projekt anwesend zu sein, das die bisher größte Bewegungseinschränkung Hamburger Bürger mit sich bringen wird.

Fragen, warum die Verkehrsbehörde das Fällen von 26 Bäumen für einen Radweg plant, gleichwohl das Fällen von Bäumen zur Vermeidung der Vollsperrung aber ablehnt, konnte auf dem Info-Abend der Bürgerinitiative mit Verweis auf die LSBG ebenfalls nicht beantwortet werden. 
Auch Fragen nach Wechselwirkungen mit anderen Straßensanierungen (Farmsener Weg, Ulzburger- oder Rolfinkstraße) konnten nicht beantwortet werden, da diese Bauvorhaben den anwesenden Behördenvertreter nicht bekannt waren.


Vollbremsung des Verkehrssenators
 

Wie man den Aussagen anwesender Behördenvertreter entnehmen konnte, hat der Verkehrssenator nunmehr aber eine Vollbremsung hingelegt. Er hat nicht nur die Veröffentlichung der Ausschreibung gestoppt (6 Monate vor kommuniziertem Baubeginn gibt es noch keine Ausschreibung). Weil ihm nun wohl auch schon zugetragen wurde, dass es scheinbar in den bisherigen Vorbereitungen eine Vielzahl von Fehlern gegeben hat, ordnete er eine Überarbeitung der Planung bis 22.11.21 an. Auf Nachfragen, wie denn eine gründliche und fundierte Überarbeitung des Konzeptes für ein solch großes, vielschichtiges Projekt überhaupt möglich sei, dessen ursprüngliche Erstellung, steuergeldfinanziert, mehrere Monate in Anspruch nahm, nun aber plötzlich in nur 10 Tagen (!!) erledigt werden könne, gab es nur Schnappatmung und betretenes Schweigen. 


5 Jahre Hausarrest


Die Menschen in Hamburgs Norden müssen sich auf leidvolle Zeiten einstellen, wenn erst einmal die Bagger anrollen. Denn auf den als „Ausweichstrecken geplanten“ Alte Landstraße und Eckerkamp wird es von morgens bis abends Dauerstau geben von Autos, LKWs, Baufahrzeugen, die auch versuchen werden, sich durch die Seitenstraßen zu quälen, um dem Stau ausweichen zu können. Das bedeutet: Kein Parkplatz mehr vor dem Haus. Kein Durchkommen mehr für Post, Amazon, Feuerwehr, Polizei, Rettungswagen oder „Essen auf Rädern“. Anlieger werden nicht einmal aus ihren Auffahrten auf die verstopften Straßen vor ihren Häusern und Wohnungen kommen. Eine endlose Fahrzeugkarawane wird sich wie ein Halstrick um die Stadtteile Ohlsdorf über Fuhlsbüttel bis Poppenbüttel legen. Hamburgs Norden wird einsam wie eine Insel im Ozean werden.


Keine Hausbesuche mehr – Verwaiste Ortskerne


Die Folgen werden jeden treffen, zum Beispiel Alte und Kranke. Der Mediziner Dr. Axel Moormann berichtete auf dem Info-Abend der BI, das er seine zum Teil lebensnotwendigen Hausbesuche bei seinen Patienten vor dem Hintergrund der bisher bekannten Planungen wird einstellen müssen. 
Für die mehreren tausend Kinder, die im Planungsgebiet zur Schule oder in die Kindergärten gehen, wird das Radfahren oder das Überqueren von Straßen in ihrem Wohngebiet zur Todesfalle, mutmaßten ein Klipper-Vertreter und besorgte Mütter. Die Ortskerne von Klein Borstel und Wellingsbüttel werden verwaisen. „Aber“, so eine Behördenvertreterin auf dem Info-Abend, „der Durchgangsverkehr wird ja abgefangen. Pendler gewöhnen sich an die neue Verkehrssituation.“ Wie aber kontrolliert werden soll, wer Anlieger, wer Pendler ist, konnte sie leider auch nicht erklären.


Eigentlich hatte die Initiative „5 Jahre Vollsperrung – Nein, danke!“ vor, Ende Januar den Verursacher all dieser Bedenken, Hamburgs noch-Verkehrssenator, zum nächsten Info-Abend einzuladen. Aufgrund der vielen, ungeklärten Fragen in Sachen Verkehr soll zunächst nun aber ein Vertreter der LSBG eingeladen werden. Großprojektleiter Roland Stutzki,
 hatte auf dem Info-Abend angeboten, dass sie jetzt zu einer solchen Sitzung einladen möchten, wenn die Überarbeitung der Verkehrskonzepte vorliegt. Vielleicht erfüllt sich damit ja auch eine andere Forderung der Bürgerinitiative „5 Jahre Vollsperrung – Nein, danke!“ Transparenz schaffen. Einblick in alle Planungsunterlagen für die Betroffenen.
Über die Webseite www.5-jahre-vollsperrung-nein-danke.de wird die Bürgerinitiative aktuell über die weiteren Vorgänge und Ereignisse in Sachen 5 Jahre Vollsperrung informieren. – Bitte geben Sie den link auf unsere Webseite und der Petition weiter an Nachbarn, Freunde, Bekannte und alle die es interessieren könnte, was in Kürze schon im Alstertal passieren soll.


https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Alstertal-Anwohner-gegen-Sperrung-der-Wellingsbuetteler-Landstrasse,wellingsbuettel116.html 
https://www.hamburg1.de/news/41578

Hamburger Abendblatt v. 17.11.21: Bürgerprotest wirkt – Pläne werden überarbeitet

Frustwelle rollt aus dem Alstertal ins Rathaus

5 Jahre Vollsperrung: Größter Eingriff in die Bewegungsfreiheit in Hamburgs Geschichte

„Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. So erlebe ich jeden Tag, was Menschen bewegt“, schreibt Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks auf seiner Webseite. Vielleicht sollte er ´mal ins Alstertal radeln. Dann würde er nämlich endlich mitbekommen, wie es hier brodelt. Was die Alstertaler von seinen Monsterplänen halten, ab Frühjahr 2022 eine der Hauptverkehrsadern aus Hamburgs Norden in die City für mindestens fünf Jahre komplett zu sperren.

Aber die Ängste und Sorgen der Menschen hier, drohende Insolvenzen und Arbeitsplatzvernichtungen, Verkehrsstaus, Bewegungseinschränkungen, Megachaos, Steuergeldverschwendung ... All das scheinen den grünen Politiker beim Durchpeitschen seiner Pläne nicht wirklich zu interessieren. Um den aufgestauten Ärger zu kanalisieren und die Bevölkerung endlich zu informieren, was ihnen bevorsteht, hat sich die Bürgerinitiative „5Jahre Vollsperrung. Nein, danke!“ gegründet.

Wie groß der Frust der Bevölkerung über die größte Bewegungseinschränkung in Hamburgs Geschichte ist, zeigt die Reaktion auf den Petitionsaufruf der Initiative. Innerhalb von 36 Stunden nachdem die Webseite der Initiative (www.5-Jahre-Vollsperrung-nein-danke.de) online ging, hatten bereits mehr als 2.500 Bürger die Petition gegen die Abriegelung des Alstertals unterschrieben. Das zeigt deutlich, wie groß Frust und Ärger über das Monster-Projekt sind. Ein weiteres Stimmungsbarometer wird der für den 15. November, 19 Uhr  geplante Info-Abend der Bürgerinitiative sein. Da unter Hygienebedingungen nur 300 Interessierte in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule (Schluchtweg1) Platz finden, plant die Initiative aufgrund der riesigen Nachfrage die Veranstaltung zu streamen (Infos s. Webseite).

Weil die Urheber dieses Monster-Projektes wohl schon befürchteten, dass ihr Vorhaben auf größte Kritik in der betroffenen Bevölkerung stoßen wird, sollten die Details über die Vollsperrung wohl so lange wie möglich geheim bleiben. Denn auf eine Anfrage in der Bürgerschaft antwortete der Senat lediglich lapidar „die große Unruhe, die in der Bevölkerung der betroffenen Stadtteile herrscht, habe man zur Kenntnis genommen.“ Mehr nicht.

Mittlerweile ist aus der „Unruhe“ große Wut geworden. Auch der respektlose Umgang mit den Betroffenen erregt die Bevölkerung. Auf dem Info-Abend der Initiative wird ein Behördenvertreter die Betroffenen erstmals über Details zur als „Grundinstandsetzung“ bezeichneten Vollsperrung mit Radweg-Ausbau informieren.

Zwischenzeitlich hat die Initiative auch die bisherigen Behördenunterlagen durch Experten prüfen lassen und dabei diverse Planungsfehler festgestellt. Nach Aussage der Experten ist die geplante, mindestens 5jährige Vollsperrung nicht notwendig, sondern reine Schikane und eine unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern.

Durch die geplante Vollsperrung drohen nicht nur den Bewohnern von Klein Borstel und Wellingsbüttel unzumutbare Behinderungen. Auch Kindergärten, Schulen, Altersheime, Ärzte und Anwohner werden ebenso abgeschnitten sein wie Pendler, Geschäfte, Handwerker u.a. Gewerbetreibende, Post oder Lieferverkehr. Wohnstraßen wären verstopft. Feuerwehr, Polizei und Rettungsfahrzeuge kämen nicht mehr rechtzeitig  zu den Einsatzorten. „Bis heute hat uns noch niemand im Detail informiert, was hier passieren soll“, so ein Feuerwehrmann aus dem Quartier. „Nach den derzeitigen Informationen können wir nicht sicherstellen, dass wir 8Minuten nach Alarmierung vor Ort sind, wie in ganz Hamburg festgelegt.“

Doch die Bevölkerung wird sich diese in Hamburgs Geschichte bisher  einmaligen Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht bieten lassen. Zahlreiche Aktionen sind in Planung. Wer die Bürgerinitiative aktiv oder finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Webseite (www.5-Jahre-Vollsperrung-nein-danke.de) tun. Gesucht werden noch weitere Baufachleute, Planer und Juristen. Helfen Sie mit, den größten Einschnitt in das Leben der Alstertaler zu verhindern. Informieren Sie sich über die gravierenden Folgen für Sie, Ihre Familie, Freunde und Bekannte. Unterstützen Sie unsere Petition, auch online über

www.5-Jahre-Vollsperrung-nein-danke.de